Hochmut kommt vor dem Fall, wie man so schön sagt.

Ich begrüße euch, werte Besucher! Willkommen auf meinem Blog!

Letzten Sonntag kam ja nichts online, weil wir umgezogen sind. Also nicht wir, sondern unser Server. Ist alles reibungslos abgelaufen und jetzt können wieder alle ungehindert auf diese Seite zugreifen. Danke, Isaak!

Kennt ihr diese Menschen, die etwas in ihrem Leben ändern und diesen Teil sofort als ihr Markenzeichen benutzen? Veganer. Yogalehrerinnen. IT- Manager. Mamis. Fitnessfreaks. Katzenliebhaber. Und die meisten nennen sich Influencer oder wie ich, Blogger. Ich SPÜRE, wie hier schon einige die Augen verdrehen & lasst euch gesagt sein, SO GEHT’S MIR AUCH! Jedes Mal, okay, nicht jedes Mal, aber manchmal, wenn ich ein Instagramprofil aufrufe und in der Bio (die obersten Zeilen unter dem Profilfoto) diese Beschreibungen lese, verdrehe ich meine Augen. Echt jetzt? Muss jeder wissen, dass du vegan/Mami/25 bist?

Menschen sind stolz, wenn sie etwas erreichen, für das sie hart gearbeitet haben. Und jeder hat natürlich das Recht, sich darüber zu definieren und im Internet allen zu erzählen, was sie treiben. Mache ich schließlich auch. Ich hatte immer nur ein Problem mit der Haltung einiger Personen: stolz, von oben herab, als seien sie etwas Besseres. Nicht alle, aber einige verhalten sich wirklich so. Hat mich nie sonderlich interessiert, weil ich weiß, wie man seine Kontaktliste ausmistet: Name aufrufen, entfolgen, fertig.

Diese Strategie war äußerst hilfreich & hat mich immer von diesem ganzen komischen Volk im Internet fern gehalten, bis ich in meinem Leben paar Dinge geändert und gemerkt habe, wie ich langsam aber sicher in etwas mutierte, das ich nie sein wollte. Ich wurde STOLZ. Ich mein‘ jetzt nicht bisschen stolz im Sinne von „Oh, ich bin heute länger gerannt als üblich, ich bin so stolz auf mich“, sondern richtig stolz, ja geradezu überheblich. Hochmütig. Weiß jemand, was das Wort eigentlich bedeutet?

Hochmut: Überheblichkeit & Herablassung gegenüber anderen

Tja, was soll ich sagen? Schuldig im Sinne der Anklage. Ich bin genau das geworden, dass ich nie sein wollte: Abgehoben. Ich weiß noch, wie ich vor einiger Zeit mit meinem Mann ein Gespräch führte und meinte: „Warum soll ich demütig sein? Alles, was ich bin und was mich ausmacht, habe ich mir selber erarbeitet. Mein Wissen- ICH habe diese Bücher gelesen. Meinen Körper- ICH stehe in der Küche, informier mich übers Vegan- sein und gehe ins Fitnessstudio. Meine Familie & Beziehungen- ICH setze mich dafür ein und schaue, dass sie laufen. Warum sollte ich mich auf eine Stufe mit all den anderen stellen?“ Ich, ich, ich.

Und mein Mann (weise, wie er ist) lächelte gütig und meinte nur: „Ja, schon, aber du darfst nie vergessen, dass wir auch mal da waren. Wir waren genauso fertig, genauso jung, genauso unwissend wie die anderen. Uns mussten auch andere helfen, damit wir da ankommen, wo wir heute sind.

[Ob er es GENAU SO gesagt hat weiß ich nicht mehr, ich gebe nur wieder, woran ich mich erinnere.]

Die letzten Wochen habe ich viel darüber nach gedacht und ja, er hatte & hat eiskalt Recht. Nix da ich, ich, ich. Dieses Wissen in den Büchern habe nicht ICH heraus gefunden, sondern andere. Kann ja nicht jeder Einstein sein. Veganer und Fitnessstudios gibt es schon ewig und in meinen Beziehungen bin nicht ich das Zugpferd, sondern wir arbeiten gemeinsam daran. Ich bin immer noch nicht da, wo ich hin möchte & es gibt vieles zu optimieren. Ich bin nicht perfekt. Als mir das klar wurde, habe ich aufgehört, solche Gedanken zuzulassen und versucht, demütiger und vor allem dankbarer zu werden.

Um Kendrick Lamar zu zitieren:

„Sit down, be humble.“

Ja, ich mache dies und jenes und führe ein fantastisches Leben, aber ich muss mich ab und zu daran erinnern, dankbar zu sein und nicht zu vergessen, woher ich komme. Ja, ich habe hart an mir und meiner Persönlichkeit gearbeitet, aber das gibt mir noch lange nicht das Recht, auf andere herabzusehen und zu denken, ich wäre ein paar Level höher. Jede Pflanze wächst in ihrem eigenen Tempo und anstatt andere zu verachten oder zu verurteilen, muss ich anfangen, ihnen meine helfende Hand anzubieten. Das heißt jetzt nicht, dass ich nicht weiterhin Gas geben werde & versuche, meinen Zielen näher zu kommen. Das heißt auch nicht, dass ich auf andere warten werde oder mich wieder in Situationen begebe, die mir mehr schaden als nützen, sondern einfach, dass ich mir eingestehe, dass nicht alles selbstverständlich ist. Ich habe Unterstützung, ich war in der Schule, ich weiß, wie man sich Hilfe holt. Andere sind nicht so glücklich oder privilegiert und daran ist auch nichts falsch. Es gibt nie nur schwarz oder weiß, jede Person hat ihre eigenen Grenzen, ihre eigenen Möglichkeiten und ihre eigenen Träume.

So, vorbei mit der Beichte. Hat ehrlich gesagt echt gut getan. Der Januar ist vorbei und die Lektion davon war buchstäblich: „BE HUMBLE.“ Ich weiß nicht, ob mein Schuldbekenntnis einigen weiterhilft, aber mir hat es sehr geholfen, weil wenn’s im Internet steht, muss man sich auch daran halten hahaha (mein Motto für 2018: alles, was du auf deinem Blog veröffentlichst, musst du auch befolgen, sonst wird’s peinlich). Lasst uns alle etwas dankbarer sein, und ja, das gilt auch für mich.

Also dann, meine Lieben, einen schönen Abend noch!

„Heal the world,
Make it a better place,
For you and for me
And the entire human race…“

 

 

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